STÖHR: „ARMUT TROTZ ARBEIT DARF NICHT SEIN!“

Die dbb tarifunion hat den im Bundesministerium für Arbeit und Soziales beheimateten Hauptausschuss für Mindestarbeitsbedingungen aufgefordert, einen Mindestlohn für die knapp 88.000 Beschäftigten der Call-Center-Branche festzusetzen. „Die Call-Center-Branche ist ein stark wachsender Wirtschaftssektor. Dennoch sind in diesem Bereich bisher deutlich weniger als die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch einen Tarifvertrag abgesichert und müssen sich vielfach mit einem Stundenlohn von 5 bis 6 Euro begnügen.“

Mit diesen Worten lenkte der 1. Vorsitzende der dbb tarifunion, Frank Stöhr, am 2. November 2009 in seinem Schreiben an den Vorsitzenden des Hauptausschusses für Mindestarbeitsentgelte, Klaus von Dohnanyi, den Blick auf eine weitere Branche, in der die Beschäftigten trotz Arbeit von Armut bedroht sind. „Diese Arbeitsbedingungen haben zur Folge, dass die Beschäftigten in Call Centern neben ihrem Entgelt häufig noch staatliche Leistungen in Form der so genannten ´ALG-II-Aufstockung in Anspruch nehmen müssen, um ihren Lebensunterhalt überhaupt bestreiten zu können“, kritisierte Stöhr.

Die dbb tarifunion ist der Ansicht, dass dies nicht hinnehmbar ist. „Auch in den Call-Centern muss das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewürdigt und ihre Arbeit angemessen vergütet werden“, forderte Stöhr. „Das Entgelt muss die Beschäftigten in die Lage versetzen, ohne staatliche Unterstützung auszukommen.“


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