Mit Entsetzen hat die dbbjb festgestellt, dass viele Ausbildungsplätze im Staatsdienst, insbesondere bei den Kommunen, der Leih- und Zeitarbeit zum Opfer fallen. Bestätigt sich diese Beobachtung, wäre dies ein Einschnitt in die Ausbildungsverpflichtung der öffentlichen Hand. Aus Kostengründen billigere Arbeitskräfte einzusetzen, ist eine nicht hinnehmbare Benachteiligung der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz im Bereich des öffentlichen Dienstes suchen.
Dieser Entwicklung ist Einhalt zu gebieten! Die Jugend von heute muss die Möglichkeit bekommen, sich im Beruf zu beweisen. Das geht nur, wenn ihr die Möglichkeit offen steht, in ein Ausbildungsverhältnis zu treten. Die politisch Verantwortlichen sprechen in den Medien immer davon, dass wir keinen qualifizierten Nachwuchs hätten. Wenn Ausbildungsplätze gestrichen und diese Stellen dann durch entsprechende Haushaltstricks an Leih- bzw. Zeitarbeiter vergeben werden, können sich die Jugendlichen nicht beweisen, um ein nützlicher Teil unserer Gesellschaft zu werden.
Aus Sicht der dbbjb stellt Leiharbeit kein geeignetes Mittel zur Haushaltskonsolidierung dar. Der Einsatz von Leiharbeitskräften darf nicht strukturell Stammbelegschaften substituieren, sondern kann allenfalls im Einzelfall ein zusätzlich einsetzbares personalwirtschaftliches Instrument sein.
Des Weiteren wurde festgestellt, dass jeder Bereich unterschiedliche Kriterien für die Beschäftigung von Leih- und Zeitarbeitskräften anwendet. Nach Meinung der dbbjb sollte es eine einheitliche Regelung für alle Bereiche des öffentlichen Dienstes geben. Es kann nicht sein, dass durch anders lautende Vorschriften ein Schlupfloch kreiert wird, um damit Ausbildungsplätze zu streichen und diese dann an Leih- und Zeitarbeiter zu vergeben.
Um diesen Entwicklungen entgegen zu treten, hat sich die dbbjb mit einem Antrag an den Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings (BJR) gewandt, um so die Bayerische Staatsregierung aufzufordern, Leih- und Zeitarbeit im öffentlichen Dienst durch einheitliche gesetzliche Regelungen zu unterbinden bzw. drastisch einzuschränken.
Parallel dazu wurde über MdL Stefan Schuster (SPD) eine schriftliche Anfrage an den Bayerischen Landtag gestellt, in welchem die Staatsregierung befragt wird, wie viele Stellen 2010 an Leih- und Zeitarbeiter vergeben wurden, worin dies gründet und welcher Einsatz von Leih- und Zeitarbeitern in den kommenden Jahren geplant ist.